Kuli vs. Füller

Eine Challenge tragen Kugelschreiber und Füller heute bei mir aus. Es ist ein harter Kampf, welche Tinte hat welche Vorteile, wer hält länger durch, welche Vorteile kann wer einbringen und natürlich die elementare Frage: wer wird wohl gewinnen?

Tja, ich könnte es kurz machen, aber wo bliebe denn da der Spaß? 😛 Beide Geräte eignen sich hervorragend zum schreiben und haben entsprechend Vorteile, aber auch Nachteile. Selbstverständlich sind einige davon subjektiv, vielleicht seht Ihr das auch anders, oder genauso, wer weiß? (schreibt es mir, dann wissen wir es). Beide Schreibgeräte nutzen Tinte, allerdings ist die Konsistenz dieser verschieden. Die Tinte im Kugelschreiber ist wesentlich zähflüssiger, man nennt sie daher auch Tintenpaste, als im Füller, wo sie sehr flüssig ist. Der Vorteil der Tintenpaste ist, dass sie sehr schnell tocknet und somit nur wenig Verschmieren auf dem Papier zur Folge hat. Dafür hat die flüssige Tinte des Füllers den Vorteil, dass der Tintenfluss gleichmäßiger ist und somit das Schriftbild etwas runder aussieht. Ja, ich weiß, rund ist offiziell kein richtiges Adjektiv dafür, aber hey, Ihr wisst, was ich meine. Oder? Wenn Ihr meine Beiträge Stifte Teil II und III, die sich auf den Kugelscheiber und den Füller beziehen, dann wisst Ihr auch, dass durch den geringen Abrieb der hartmetallischen Kugelspitze des Kulis der Stift ewig halten kann, wenn er nicht eintrocknet. Hochwertige Kugelschreiber haben entsprechend eine Dichtungsmasse auf der Tintenpaste, die das Eintrocknen verhindert. Beim Füller dagegen, kommt es häufiger vor, dass die Tinte gewechselt werden muss, da Patronen schneller leer sind. Aber ist das ein Nachteil? Aus meiner Sicht nicht, da man Patronen sehr schnell wechseln kann, es macht keinen Dreck und ist wirklich keine hohe Kunst. Dadurch kann auch schnell mal die Farbe gewechselt werden. Für mich, die sehr gerne mit verschiedenen Farben arbeitet ist das natürlich super. Dank der Konverter ist es jetzt auch möglich, eine noch größere Farbpalette im Füller zu nutzen, da man jede erdenkliche flüssige Tinte dazu nutzen kann. Das Auffüllen und Auswechseln ist heute auch sehr einfach und sauber möglich. Also für mich ein echtes Plus. Der Kugelschreiber ist in seinen Farbmöglichkeiten eher beschränkt. Natürlich hat sich das heutzutage schon verbessert, neben blau und schwarz gibt es auch rot und grün aber an die Farbenvielfalt der Füllertinten kommen sie nicht dran. Der Kugelschreiber ist nicht ausradierbar, was einmal auf dem Papier steht, bleibt auch dort, es hilft nur Tippex – oder verbrennen. Tinte des Füllers kann man in der Regel auslöschen, aber wirklich nutzbar ist es nur für das schulübliche königsblau mit dem bekannten Tintenkiller. Da die Tinten aber alle zu einem gewissen Teil wasserlöslich sind, verwischen diese entsprechend mehr oder weniger, wenn sie damit in Berührung kommen. Ein echtes Problem, wenn die Hausaufgaben mal im Regen liegen bleiben. Auch hier gibt es mittlerweile zwar dokumentenechte Tinte, aber da ist die Farbauswahl wieder ähnlich beschränkt, wie beim Kugelschreiber. Ein weiterer Vorteil des Kugelschreibers ist, dass er aus einem Stück besteht, somit stellt sich nicht die Frage, wohin mit der Hülle? Bei manchen Füllern ist die Hülle so schwer, dass der Füller ein ziemliches Übergewicht nach hinten bekommt, wenn man sie draufsteckt und bei anderen passt die Hülle nicht drauf, sondern fällt hinunter. Ein absoluter Nachteil des Kugelschreibers ist die Funktionsweise wie die Tinte auf das Papier gelangt. Ihr erinnert Euch sicher, dass diese abhängig von der Schwerkraft ist und somit gibt es nur eine vernünftige Möglichkeit zu schreiben: mit dem Spitze nach unten. Dank der Kapillarwirkung des Tintenleiters im Füller, ist dieser von der Schwerkraft unabhängig und somit in jeder Lage zu bedienen – vom Flugzeug einmal abgesehen, denn dort kann er auf Grund des Luftdruckes zu lecken beginnen. An einen Kugelschreiber der Billigsorte kommt man schnell dran, da sie einem sowohl in Geschäften, als auch bei Werbeaktionen hinterher geworfen werden. Füller dagegen kosten auch in den Billigversionen von Woolworth schon mehr, sie liegen da bei knapp 10,-€. Die normalen Füller wie LAMY, Online etc liegen preislich bei 20 bis 25,-€ und halten ebenfalls ewig. Mein LAMY Füller ist durch die ganze Schulzeit in meinem Mäppchen hin und her geworfen worden (auch den Boden hat er mehrmal gesehen) und dennoch funktioniert er noch heute. Hochwertige Kugelschreiber dagegen liegen schon eher in den Preisklassen höher wie Pelikan und Montblanc… Feder und KulispitzeDas Design des Füllers sagt mir mehr zu, da ich die Feder an sich einfach schöner finde. Keine Frage, da gibt es himmelweite Unterschiede, aber eine Feder sieht hochwertiger, edler aus, als die Kugelschreiberspitze. Seht Euch den Vergleich im Bild mal an. Die Füllerfeder kann man schon mit wenig Druck über das Papier gleiten lassen und der Tintenfluss bleibt gleichmäßig bestehen, während der Kugelschreiber ein gewisses Maß an Druck benötigt. Das äußert sich auch im Schriftbild, welches natürlich auch durch den Tintenfluss / Tintenabrieb beeinflusst wird und so sieht dieselbe Schrift dennoch unterschiedlich aus.

Aus meiner Sicht gewinnt definitiv der Füller die Challenge. Das Schreibgefühl ist durch das Gleiten viel besser, das Design sagt mir persönlich mehr zu und ich finde die Farbpalette, die mir zur Verfügung steht großartig. Außerdem ist das Schriftbild mit dem Füller meistens schöner als mit dem Kugelschreiber.

Mein Fazit: ein Kugelschreiber kann schön sein, aber ich würde das Geld dafür nicht ausgeben, dass er dann kosten würde. Und die Vorteile der Dokumentenechtheit und des schnellen trocknens kann ich sehr gut verschmerzen. Ich vermeide es einfach Geschriebenes im Regen liegen zu lassen oder nutze direkt dokumentenechte Tinte.  Aber wie gesagt, das ist meine Meinung. Wie ist Eure?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.