Werte von einzelnen Momenten

Ein einzelner Moment ist so viel wert. Wieso nur vergessen wir das so oft? Ist unser Leben so schnell geworden? Das könnte tatsächlich sein. Nimm Dir jetzt mal einen Moment Zeit und genieße diesen Moment. Tanke Kraft aus dem Moment und präge ihn Dir ein. Dann kannst Du ihn Dir ins Gedächtnis rufen, wenn Du mal einen Moment zum Kraft tanken brauchst.

Hab einen wunderbaren Tag, und wiederhole diese Prozedur mehrfach 🙂

Please hold the Line

Wenn Du etwas schreibst, dann sollten alle Striche in dieselbe Richtung weisen. Damit kannst Du die Gleichmäßigkeit Deines Schriftbildes verbessern. Aber was genau ist damit gemeint? Und wie hält man das ein? Kann überhaupt jeder Strich in dieselbe Richtung weisen?

Zuerst einmal, sollten Deine Buchstaben alle mit ungefähr derselben Neigung geschrieben werden. Für mich persönlich ist das Wort Neigung sehr viel passender.  In der Kalligraphie haben alle Schriften eine Neigung, sei sie bei 90°, also gerade geschrieben, oder 45° oder 80°… alles ist möglich.

Natürlich kann nicht jeder Strich in dieselbe Richtung gezogen werden, aber jeder Strich sollte mit der Neigung der Buchstaben harmonieren. Dazu ziehst Du wie beim Federwinkel eine Hilfslinie in der gewünschten Neigung zur Grundlinie. An dieser Hilfslinie orientierst Du Dich. Jeder Strich, der gerade verlaufen soll, wird nun gerade an Hand Deiner Hilfslinie verlaufen. Ja, jeder gerade Strich, keine Ausnahmen. Auch ein Oval wie in den Buchstaben a, c, g und so weiter beinhaltet Teile, die parallel zur Hilfslinie verlaufen sollten. Jeder Anfangspunkt sollte mit Deinen Hilfslinien harmonieren und auf alle Endstriche sollten sich in Richtung Deiner Hilfslinie wieder einorden können.

Das Ganze ist nicht so leicht zu erklären, deswegen habe ich Dir die folgenden Bilder mitgebracht: Wenn Du Dir die Buchstaben a bis l ansiehst, dann solltest Du erkennen, dass jeder Strich, der gerade ist, auch parallel zu den diversen Hilfslinien gezogen ist. Zumindest so ähnlich wie möglich, da die Buchstaben natürlich nicht mit einem Lineal gezeichnet sind. Alle Buchstaben zeigen schon einmal einen ähnlichen Neigungswinkel, allein schon, weil die markanten Striche – die geraden Striche – in dieselbe Richtung zeigen. In den Worten habe ich die Buchstaben lediglich näher zusammengezogen und verbunden. Hier kannst Du hoffentlich sehen, dass die Verbindungslinien den neuen Buchstaben so treffen, dass der Neigungswinkel nicht beeinträchtigt wird.

   

In der Großaufnahme der Buchstaben a und g, zeige ich Dir, wie alle geraden Teile eines Buchstabens denselben Neigungsgrad verfolgen. Dadurch wird die Öffnung und Schließung des Ovals sehr gleichmäßig. Auch die Verbindungs- bzw. Abschlusslinie des Buchstabens, insbesondere bei g sichtbar, pendelt sich wieder auf der Neigung der Hilfslinie ein.

Entsprechend wird das Schriftbild sehr schön gleichmäßig. Was natürlich nicht heißt, dass es langweilig wird. Der Neigungswinkel erlaubt Dir ebenfalls Experimente, die Striche können länger oder kürzer werden, sie können mehr oder weniger geschwungen sein. Hauptsache ist, dass die grundsätzliche Richtung Deiner Buchstaben dieselbe ist. Es empfiehlt sich für mich, erstmal den Neigungswinkel konstant zu halten bevor ich experimentiere, aber das muss für Dich nicht gelten. Ich brauche erst mal eine gewisse Zeit Übung, um diesen Neigungswinkel auch aufrecht zu erhalten.

Grundsätzlich gilt dieser Neigungswinkel ander als der Federwinkel für jede Feder und für jede Schrift. Aber unabdingbar ist er für die englische Kalligraphie. Auch in der modernen Kalligraphie ist er sehr wichtig, um die Harmonie aufrecht zu erhalten. Also, nutze so viele Hilfslinien wie nötig, um die Linie zu halten und Du wirst sehen, wie sehr sich Dein Schriftbild verbessert.

Das Geheimnis des Federwinkels

Über Federwinkel und Linienführung wird in der Kalligraphie zwar immer drauf hingewiesen, aber nur sehr wenig drüber berichtet. In Büchern, die Alphabete zeigen, steht zwar der Federwinkel, aber was fange ich damit als Anfänger denn eigentlich an?! Das möchte ich heute ändern. Es hat mich einiges an Zeit gekostet, beides zu verstehen und auseinanderzuhalten. Welchen Sinn das alles hat und wann ich was wie einsetze. Aber, so langsam habe ich etwas Verständnis dafür entwickelt.

Der Federwinkel bedeutet, wie die Feder des Schreibgerätes auf dem Papier angesetzt wird, und zwar im Winkel zur Grundlinie. Wichtig hierbei ist, dass die Position der Feder in diesem Winkel über den gesamten Schreibprozess hinaus gehalten werden sollte, um ein harmonisches Bild zu erhalten. Das heißt, egal welche Linie Du mit Deiner Feder ziehst, die Feder ist immer in der gleichen Position. Die Hilfslinie zum Federwinkel muss immer mit der Federspitze konform gehen.

Okay, mal etwas praktischer: es gibt die Grundlinie, auf der alle Buchstaben aufliegen. Auf dieser Linie legst Du ein Geodreieck mit der Basis an und misst den gewünschten oder vorgegebenen Winkel aus. Den Punkt des Winkels sowie den Nullpunkt des Geodreiecks auf der Grundlinie markieren und eine Linie durch die beiden Punkte ziehen. Entsprechend wird die Hilfslinie die Grundlinie nun kreuzen. Das ist die Augangsbasis. An der Hilfslinie kannst Du nun Deine Feder ansetzen, diesen Winkel solltest Du möglichst nicht mehr verändern während des Schreibens. Um das zu vereinfachen, kannst Du die Hilfslinie mehrfach nebeneinander auf das Papier bringen. Das ist zwar erstmal aufwendiger, aber im Nachhinein ist es leichter, da Du so immer an den Federwinkel erinnert wirst und Dich korrigieren kannst.

Soweit klar? Dieser Federwinkel gilt natürlich nicht für jede Feder und auch nicht für jede Schrift. Aber für die Federn, die eine breite Spitze haben, ist er relevant. Zum Beispiel Plakatfedern, Bandzugfedern oder die Paralell Pens. Für Spitzfedern oder Pointballfedern gilt dieser Winkel nicht.

      

Wenn Du schon bestehende Alphabete lernst, gibt es oft die Angabe zum Federwinkel, in dem die Feder gehalten werden soll, um die Proportionen der Srichbreiten in den Buchstaben konstant zu halten. Der Vorteil daran ist, dass keine bestimmte Feder dazu benutzt werden muss. Du kannst dasselbe Alphabet sowohl mit 1,8mm Breite als auch mit 5,6mm Breite schreiben. Das einzige, was sich ändert, ist die Größe der Buchstaben. Zur Erinnerung: die Größe der Buchstaben wird bei breiten Federn (Plakat- oder Bandzugfeder oder Parallel Pens) immer an Hand der Feder ausgemessen, dazu setzt Du die Feder an der Grudlinie im 90° Winkel an und ziehst 8 Striche übereinander, oder versetzt übereinander, so dass kleine Kästchen entstehen. Aber mehr dazu findest Du hier.

Warum aber ist dieser Winkel denn eigentlich wichtig? In der Kalligraphie spielt man mit unterschiedlichen Strichlängen und Strichbreiten. Durch die breite Spitze hat die Feder je nachdem in welche Richtung Du sie bei gleichbleibender Haltung ziehst, automatisch unterschiedliche Breiten. Ein konstanter Federwinkel bewirkt also auch konstante Strichveränderungen. Jeder Strich in dieselbe Richtung hat entsprechend dieselbe Breite, ohne dass Du darüber nachdenken musst. Das Ziel ist somit zum einen Varianz in die Strichbreiten zu bekommen und gleichzeitig eine gewisse Ordnung zu halten, weil nicht jeder Strich ohne Sinn irgendeine andere Breite hat. Das hilft, Dir Dein Werk spannend und harmonisch zugleich zu halten.

 

Nutze die Technik um frei zu sein.

Erinnerst Du Dich an meine Technikbeiträge? An die reine Technik und die Notwendigkeit sie zu üben? Ja, das habe ich auch tatsächlich so gemeint. Dennoch möchte ich Dir noch etwas mitgeben: Technik zu lernen und zu beherrschen ist wichtig, aber Du sollst Dich davon nicht in Deiner Kreativität einschränken lassen.

??? Ich sehe die Fragezeichen in Deinem Blick. Ja, es geht tatsächlich.

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Weg von den Selfies…

Auf Instagram geht gerade im Bereich Kreativität, Kalligraphie ein neuer Trend um, und der heißt weg von den Selfies. Abgesehen davon, dass wir im kreativen Bereich ja sehr viel mehr unsere eigenen Werke zeigen, ist es dennoch ein sehr schöner Aufruf. Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Selfies, aber ab und an mal etwas anderes zu sehen ist dann doch auch mal schön. Doch jetzt zur neusten Idee:

Elke Wunsch von Wunschbriefe hat nach Nominierung ein Bild eines Künstlers gepostet und wer dieses Bild geliked hat, hat ebenfalls einen Künstler zugewiesen bekommen, von dem er etwas posten sollte. Ziel der Idee ist das Internet mit Kunst zu füllen, um die Monotonie der ewigen Selfies und Zitate zu durchbrechen. Eine wunderbare Idee.

Ich bekam (mehr …)

Das Positive finden

Besser werden wollen wir alle. Das Problem dabei ist, dass man sich zu sehr auf die negativen Dinge konzentriert. Was kann ich noch nicht gut? Woran muss ich noch arbeiten? Welche Technikübungen können mir helfen? Das ist alles wichtig, aber noch viel wichtiger, um den Spaß an der Sache nicht zu verlieren ist, dass man sich bewusst macht, was man schon alles gut kann. Vergisst Du das auch häufig mal? (mehr …)

Marmorierter Hintergrund als Highlight

Neulich bin ich bei Instagram dank @larakraft auf eine sehr spannende und einfache Methode gestoßen, wie man marmorierte Hintergründe für sein Papier selber machen kann. Dazu brauchst Du nur eine Schüssel, Papier, Farbe, einen Spachtel, einen Schaschlikspieß oder Stift oder Pinsel und Rasierschaum.

Beim ausprobieren hatte ich schon eine Menge Spaß, aber ich wurde limitiert. Wieso? Sagen wir, mein Freund kann sich jetzt wohl nicht mehr rasieren 😀

Aber zur Ausführung: die Schüssel habe ich mit Klarsichtfolie ausgekleidet, so ersparst Du Dir das Auswaschen, was für mich ein wichtiger Punkt ist. Warum sich mehr Arbeit machen als nötig?

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Wie wichtig Abstand ist

Abstand zwischen den Buchstaben wird in der Kalligraphie und im Handlettering Spacing oder auch einfach Buchstabenabstand genannt. Es ist sehr wichtig, da wir so die Abgrenzung zwischen Buchstaben feststecken und auch die Wahrnehmung beeinfllussen, welche Buchstaben zu einem Wort gehören. Der Abstand richtet sich immer nach Deinen Buchstaben: schreibst Du breit, brauchst Du mehr Abstand, schreibst Du schmal, dann eben weniger.

Aber wieso ist das eigentlich so schwer? Das Schriftbild wird so oft als unschön bezeichnet, nur weil man den Abstand zwischen den Buchstaben nicht einhält?! Na ja, warum das bei Dir so ist, kann ich natürlich nicht sagen. Warum das bei mir ein Problem ist, finde ich hoffentlich bald heraus :D.

Erstmal, wie sollte der Abstand denn sein? Auf Grund der Anatomie der einzelnen Buchstaben wissen wir, dass jeder eine andere Menge an Platz einnimmt. Die Lösung ist also nicht Linien zu ziehen und jeden Buchsstaben nach Millimetern gemessen in gleichem Abstand zueinander setzen. Das würde echt seltsame aussehen. Die Idee ist, dass der Raum, den ein Buchstabe in seinem Inneren hat, sollte derselbe Abstand sein, den dieser Buchstabe zum nächsten hat. Klingt kompliziert, was? Vielleicht hilft Dir die Vorstellung, die Umrandung Deiner Buchstaben ist die Begrenzung für Wasser. Würdest Du jetzt den Buchstaben mit Wasser auffüllen, dann müsste die gleiche Menge Wasser in den Zwischenraum zum nächsten Buchstaben gefüllt werden, um den Abstand perfekt zu halten.

Dasselbe gilt natürlich auch für die Buchstaben untereinander. Jeder Innenraum des Buchstabens sollte die Gleiche Menge an Raum beinhalten. Erst dann sind die Buchstaben optisch gleich.

möglichst nicht:

Tja, easy, oder?

Das Prinzip ist logisch. Aber, wie soll ich denn die Wassermenge messen, wenn ich da keine Angabe der Milliliter habe?! Ich meine, optisch kann ich nicht beurteilen, ob innerhalb eines Buchstabens und zwischen 2 Buchstaben dieselbe Menge an Wasser ist.

Die Theorie habe ich begriffen, aber ja, in der Umsetzung bin ich da etwas überfordert. Aber dazu werde ich mir mal Gedanken machen, wie ich das am besten üben kann und Euch dann davon berichten. Oder hat jemand von Euch dieses Problem auch und vielleicht schon gelöst? Dann lasst mir gerne Eure Ideen zum üben in den Kommentaren da 🙂

Über Technik kann man nie genug sprechen

Wie wahr, ohne Technik geht es nicht. Hast Du Dich also endlich von Euren Zweifeln in Bezug auf den Start der Kalligraphie gelöst, dann hast Du Dich mit der Recherche schon beschäftigt, Du weißt, in welcher Richtung Du arbeiten willst und Dein Material hast Du für den Anfang zusammen. Dann geht es jetzt endlich ans Praktische, an die Wurst 🙂 Mach nicht den Fehler und schreib, letter, mal einfach drauf los. Das kann zu Enttäuschung führen, denn Du bist mit dem Schreibgerät nicht vertraut, Du hast eine Vision, aber die Schritte dorthin sind weit…

1. Mache Dich mit dem Gerät vertraut

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