Haltung – der erste Schritt zur Kalligraphie

Die richtige Haltung ist in allen Lebenslagen enorm wichtig, um unseren Rücken zu schützen. In der Kalligraphie ist sie ebenfalls wichtig, aber hier ist sie der erste Schritt, um gut kalligraphieren zu können. Bevor Du jetzt also die Feder zur Hand nehmen willst, solltest Du Deine Sitzhaltung kontrollieren.

Am besten fängst Du an, indem Du kontrollierst, wo Du auf der Stuhlfläche sitzt. Du solltest entweder in der Mitte oder besser noch im vorderen Drittel der Stuhlfläche sitzen. Das ist wichtig, damit Dein Becken eine freie Beweglichkeit hat und Du nicht direkt an der Rückenlehne sitzt. Denn sitzt Du ganz hinten, lehnst Du Dich automatisch an, Dein Becken kippt nach hinten, Dein Gesäß rutscht nach vorne und schon sitzt Du in der perfekten Lümmelposition. Aber Kalligraphie ist nichts zum herumlümmmeln.

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Das Geheimnis des Federwinkels

Über Federwinkel und Linienführung wird in der Kalligraphie zwar immer drauf hingewiesen, aber nur sehr wenig drüber berichtet. In Büchern, die Alphabete zeigen, steht zwar der Federwinkel, aber was fange ich damit als Anfänger denn eigentlich an?! Das möchte ich heute ändern. Es hat mich einiges an Zeit gekostet, beides zu verstehen und auseinanderzuhalten. Welchen Sinn das alles hat und wann ich was wie einsetze. Aber, so langsam habe ich etwas Verständnis dafür entwickelt.

Der Federwinkel bedeutet, wie die Feder des Schreibgerätes auf dem Papier angesetzt wird, und zwar im Winkel zur Grundlinie. Wichtig hierbei ist, dass die Position der Feder in diesem Winkel über den gesamten Schreibprozess hinaus gehalten werden sollte, um ein harmonisches Bild zu erhalten. Das heißt, egal welche Linie Du mit Deiner Feder ziehst, die Feder ist immer in der gleichen Position. Die Hilfslinie zum Federwinkel muss immer mit der Federspitze konform gehen.

Okay, mal etwas praktischer: es gibt die Grundlinie, auf der alle Buchstaben aufliegen. Auf dieser Linie legst Du ein Geodreieck mit der Basis an und misst den gewünschten oder vorgegebenen Winkel aus. Den Punkt des Winkels sowie den Nullpunkt des Geodreiecks auf der Grundlinie markieren und eine Linie durch die beiden Punkte ziehen. Entsprechend wird die Hilfslinie die Grundlinie nun kreuzen. Das ist die Augangsbasis. An der Hilfslinie kannst Du nun Deine Feder ansetzen, diesen Winkel solltest Du möglichst nicht mehr verändern während des Schreibens. Um das zu vereinfachen, kannst Du die Hilfslinie mehrfach nebeneinander auf das Papier bringen. Das ist zwar erstmal aufwendiger, aber im Nachhinein ist es leichter, da Du so immer an den Federwinkel erinnert wirst und Dich korrigieren kannst.

Soweit klar? Dieser Federwinkel gilt natürlich nicht für jede Feder und auch nicht für jede Schrift. Aber für die Federn, die eine breite Spitze haben, ist er relevant. Zum Beispiel Plakatfedern, Bandzugfedern oder die Paralell Pens. Für Spitzfedern oder Pointballfedern gilt dieser Winkel nicht.

      

Wenn Du schon bestehende Alphabete lernst, gibt es oft die Angabe zum Federwinkel, in dem die Feder gehalten werden soll, um die Proportionen der Srichbreiten in den Buchstaben konstant zu halten. Der Vorteil daran ist, dass keine bestimmte Feder dazu benutzt werden muss. Du kannst dasselbe Alphabet sowohl mit 1,8mm Breite als auch mit 5,6mm Breite schreiben. Das einzige, was sich ändert, ist die Größe der Buchstaben. Zur Erinnerung: die Größe der Buchstaben wird bei breiten Federn (Plakat- oder Bandzugfeder oder Parallel Pens) immer an Hand der Feder ausgemessen, dazu setzt Du die Feder an der Grudlinie im 90° Winkel an und ziehst 8 Striche übereinander, oder versetzt übereinander, so dass kleine Kästchen entstehen. Aber mehr dazu findest Du hier.

Warum aber ist dieser Winkel denn eigentlich wichtig? In der Kalligraphie spielt man mit unterschiedlichen Strichlängen und Strichbreiten. Durch die breite Spitze hat die Feder je nachdem in welche Richtung Du sie bei gleichbleibender Haltung ziehst, automatisch unterschiedliche Breiten. Ein konstanter Federwinkel bewirkt also auch konstante Strichveränderungen. Jeder Strich in dieselbe Richtung hat entsprechend dieselbe Breite, ohne dass Du darüber nachdenken musst. Das Ziel ist somit zum einen Varianz in die Strichbreiten zu bekommen und gleichzeitig eine gewisse Ordnung zu halten, weil nicht jeder Strich ohne Sinn irgendeine andere Breite hat. Das hilft, Dir Dein Werk spannend und harmonisch zugleich zu halten.

 

Nutze die Technik um frei zu sein.

Erinnerst Du Dich an meine Technikbeiträge? An die reine Technik und die Notwendigkeit sie zu üben? Ja, das habe ich auch tatsächlich so gemeint. Dennoch möchte ich Dir noch etwas mitgeben: Technik zu lernen und zu beherrschen ist wichtig, aber Du sollst Dich davon nicht in Deiner Kreativität einschränken lassen.

??? Ich sehe die Fragezeichen in Deinem Blick. Ja, es geht tatsächlich.

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Über Technik kann man nie genug sprechen

Wie wahr, ohne Technik geht es nicht. Hast Du Dich also endlich von Euren Zweifeln in Bezug auf den Start der Kalligraphie gelöst, dann hast Du Dich mit der Recherche schon beschäftigt, Du weißt, in welcher Richtung Du arbeiten willst und Dein Material hast Du für den Anfang zusammen. Dann geht es jetzt endlich ans Praktische, an die Wurst 🙂 Mach nicht den Fehler und schreib, letter, mal einfach drauf los. Das kann zu Enttäuschung führen, denn Du bist mit dem Schreibgerät nicht vertraut, Du hast eine Vision, aber die Schritte dorthin sind weit…

1. Mache Dich mit dem Gerät vertraut

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Aller Anfang ist schwer…

… so ist es bekanntlich bei allem, was wir neu beginnen. Oft starten wir nicht gleich durch, wenn etwas Neues ansteht. Sei es bei der Arbeit, sei es in der Uni / Schule oder ein neues Hobby. Manche Menschen können einfach loslegen, machen sich keine Gedanken darüber, haben keine Angst. Einfach rein ins Abenteuer. Ist das Dein Ding? Meins ist es nicht, ich bin oft erst unsicher, mein Kopf ist dann voll mit ’schaffe ich das überhaupt?‘ und ‚was mache ich, wenn es schief geht un dich mich total blamiere?‘ oder auch ‚und wenn es nicht so wird, wie ich es mir vorstelle?‘ und so weiter. Kennst Du das? Ich denke, dass diese Gedanken nichts Schlechtes sind, aber man darf sich nicht darin verlieren. Deshalb geht es heute mal darum, was Dich von der Kalligraphie abhalten könnte und warum es eigentlich keine adäquaten Gründe sind.

1. Ich habe Angst, ich weiß nicht, ob ich das kann.

Klar, wenn man etwas lernt, kann man es selten sofort. Die ersten Schritte sind aber der Anfang, ohne sie wirst Du nicht besser. Aber Angst machen sollte es Dir nicht. Sich unsicher fühlen ist doch ebenfalls nicht schlimm. So ist der Anfang, aber lass Dich bloß nicht von der Unsicherheit einnehmen. Durch Üben wirst Du besser und fasst immer mehr Zutrauen in Dich selbst. Ich kann Dir nur raten bei Instagram bei einer der vielen Challenges mitzumachen. Da geht es nicht um das Talent, sondern darum, dass man sich was traut und seine Ideen mit anderen teilt.

2. Aber wo fange ich denn an?!

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Was übe ich? – Basics

Über Basics kann man meiner Meinung nach nie genug sprechen in einer Technik. Kalligraphie ist eine Technik, auch Schrift und man wird nur durch Übung besser. Aber zur Übung benötigt man Grundlagen, sonst kann man nicht besser werden. Es gibt, wie Ihr sicher schon wisst einige Grundlagen, wie z.B. die Linien, die die Größe der Buchstaben vorgeben, Abstände, Strichführung und noch vieles mehr. Heute möchte ich Euch zeigen, was meine Übungen sind und wieso ich gerade diese mache.

Ein Balletttänzer trainiert täglich seine Basics, das sind die 5 Grundpositionen der Füße. Ich habe mir ebenfalls 5 Basics im Bereich der Strichführung gesucht, die ich übe, wann immer ich eine Feder oder einen flexiblen Stift in der Hand halte und ein paar Minuten Zeit habe. (mehr …)